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Viertes WiNiWi-Synchronkochen // Rheinischer Sauerbraten

Im Mai haben meine Freundinnen Nicole und Tanni und ich das letzte Mal zusammen gekocht oder in dem Fall gebacken.
Also wurde es ganz dringend Zeit, dass wir das endlich wieder tun. Das macht nämlich irre viel Spaß und ist total lustig. Und lecker.
Und hab ich schon erwähnt, dass das sehr lustig ist. Weil wir die ganze Zeit WhatsApp-Nachrichten austauschen.


Für das vierte Synchronkochen haben wir uns etwas aus Tannis Gegend ausgesucht, nämlich Sauerbraten. 
Rheinischen.

Ich hätte ja lieber einen sächsischen Sauerbraten gekocht ;-) aber ich konnte beim besten Willen nicht herausfinden, wo denn da bitte der Unterschied ist. Außer das die Sachsen Zucker oder Honig zum Süßen verwenden und der Rheinländer Rübenkraut.
Auch bei wikipedia war nur zu lesen DAS es diese Varianten gibt, aber nicht wodurch sie sich unterscheiden. Letzteres ist nur für rheinischen und badischen Sauerbraten aufgeführt guxtdu
Aber ich habe ja eh meine eigene Version gekocht. Interessiert hätte es mich schon. Irgendwie.

Basis für das aktuelle Synchronkochen war Tannis Rezept, welches Ihr auf ihrem Blog findet: Rheinischer Sauerbraten

Bereits am Vierzehnten haben wir mit den Vorbereitungen begonnen und das Fleisch eingelegt.


Als Erstes wird der Sud gekocht. Dieser bestand bei mir aus folgenden Zutaten, das Gemüse geputzt und grob gewürfelt, Gewürze Pi mal Daumen:
- einen Bund Suppengemüse (mit Möhre, Sellerie, Lauch)
- eine halbe Pastinake
- eine Knolle chinesischen Knoblauch
- eine Zwiebel
- 300 ml Himbeerbalsamico
- 300 ml weißen Balsamico
- 300 ml Rotwein
- 2 Lorbeerblätter
- 3 ganze Nelken
- (geschätzt) 1 TL schwarze Pfefferkörner (Königspfeffer)
- (geschätzt) 1 TL Senfkörner gelb
- (geschätzt) 1 TL Senfkörner braun
- 5 Wacholderbeeren
- 5 Pimentkörner
- 1 Chilischote


Nach dem Abkühlen des Suds (auf der Terrasse, damit es schneller geht....) wird das Bratenstück darin eingelegt. Der Rinderbraten hatte zierliche 1,8 Kilogramm. 

Ich konnte einfach nicht zusehen, wie der Fleischer davon noch mal was absägt. Das war so ein schönes Stück Fleisch. Lieber friere ich den Rest ein.



Am Donnerstag gab es dann noch eine kleine Schrecksekunde. Der olle Orkan Friederike hat doch allen Ernstes versucht unser Synchronkochen zu sabotieren. Ich hatte die Schüssel im Freiluftkühlschrank geparkt und der Orkan hat Zielschießen mit Dachziegeln darauf veranstaltet. Aber gute 30 cm daneben getroffen. *puuhhhh*


Letzten Sonntag ging es dann gleich nach dem Frühstück weiter. Das Fleisch wurde aus der Suppe gefischt, liebevoll abgetrocknet und von den Gewürzen befreit. Gott was ein Gefummel, die kleinen Senfkörner abzuzubbeln. 


Danach habe ich das Stück gesalzen, gepfeffert und mit etwas Wild- und Bratengewürz eingerieben und scharf von allen Seiten angebraten ...

... und anschließend mit der Beize (durch ein Sieb gegossen, Gemüse und Gewürze entfernt) und einem halben Glas Rinderbrühe abgelöscht.

Aufkochen lassen, Deckel drauf und ab in den Ofen. Normal soll dieser auf 160 Grad vorgeheizt werden. Da ich aber einen Tondeckel auf dem Bräter habe, habe ich den Pott in den kalten Ofen gestellt.


Nach einer reichlichen Stunde kamen dann noch 3 EL Birnenkraut (Rübenkraut glänzte durch Abwesenheit im Kruschtelregal) und 3 kleine, zerbröckelte Saucenlebkuchen dazu.

Und dann schmurgelte der Braten weitere 2 Stunden im Ofen.


Wir unternahmen in der Zeit einen schönen langen Spaziergang um auszulüften, während der Ofen sich nach den 2 Stunden abschaltete und der Braten sanft nachgegart hat (der Brocken war ja 800g dicker als geplant).


Am frühen Abend habe ich die Sauce einmal gründlich durch gemixt, der Lebkuchen war noch nicht restlos verschwunden und dann auf niedrigster Stufe mit dem in Scheiben geschnittenen Fleisch und einer handvoll Rosinen langsam erwärmt. Dazu gab es selber gemachtes Rotkraut und selber gekaufte böhmische Knödel (auf Wunsch eines einzelnen Herren).
Schwiegermutter war auch mit von der Partie. Und das war dermaßen lecker, dass zum einfrieren nicht mehr genug übrig geblieben ist.


Verfressene Bande! Selbst Schwiegertiger hat noch mal Nachschlag genommen. Die, die sonst immer nur Winzportionen isst. Klasse.

Das wird es garantiert bald wieder geben, ist es doch eigentlich super schnell und einfach gemacht. Das nächste mal vielleicht aus dem Crockpot?
Oder die Version von Tanni vom Sonntag, Zuurvlees, die sieht nämlich auch verdammt gut aus.
Und hier die Version von Nicole

Als Resteverwertung gab es dann gestern Abend leckere Pulled-Sauerbraten-Burger.


Dafür habe ich die Bratenreste mit einer Gabel zerrupft, mit etwas Sauce erwärmt und mit Rauchsalz und Chili gepimpt.
Unten drunter einen Apfel-Zuckerhutsalat mit Senf-Joghurt-Dressing.

Dazu eine Scheibe Bergbauernkäse, etwas Avocado, Speck, Zwiebelringe und gehackte, karamellisierte Walnüsse. Jamjamjam!

So, Ich habe jetzt Hunger und hole mir was zu futtern.
Bis die Tage!
das (verfressene) Ibu

Kommentare

  1. Oh, dass sieht ja so mega-mässig lecker aus - sollten wir auch mal wieder machen. Unser letzter Sauerbraten (selbsteingelegt etc ist Jahre, wenn nicht Jahrzehnte her). Allerdings ohne Lebkuchen und Rosinen, dafür mit Rotwein ;-)

    Aber wieso behauptet Wikipedia, dass in Badischen Sauerbraten LEBKUCHEN kommt? So ein Quark. Passt doch nicht zu Spätzle.... .

    AntwortenLöschen
  2. Boah ich sabbere schon wieder den Bildschirm voll .... und das nächste Mal schmeiss ich einen 3kg Braten rein damit ich auch einen Burger machen kann aus den Resten *lach* Es war mir wie immer ein Volkfest - es macht soviel Spaß mit euch ♥

    Dickes Bussal aus Wien,
    nima

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dem kann ich mich nur anschließen. Bin gespannt, was wir als nächstes ausprobieren.
      Dickes Drückerle auf aus der Sauerbratenhochburg Niederrhein... Tanni

      Löschen

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