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Ein verfressenes Wochenende und ein mir unbekanntes Gemüse

Das Wetter war am Wochenende so richtig usselig.
Also haben wir uns mit diversen notwendigen Indoor-Aktivitäten beschäftigt.
Unter anderem haben wir mal alle aussortierten Sachen (von mir, vom Schwiegervadder, aus Leipzig) zusammen gesucht und eingepackt. Und dann auch gleich weg gefahren zum Fairkaufhaus. Das war schon lange geplant und dringend nötig. Zumal wir uns am letzten Wochenende im Werksverkauf ein neues Geschirr fürs Frühstück gekauft hatten und daher das alte Bürgeler Steingutzeug aus den Schränken raus musste. So nach dem Motto neu rein, alt raus. Ein Drittel kam mit ein Fairkaufhaus, der Rest in die Tonne, weil für andere auch nicht mehr zumutbar (zu viel abgeplatzt und die weißen Punkte offen und abgefressen/abgeschnitten).

Gegenüber vom Fairkaufhaus befindet sich ein kleiner aber feiner italienischer Lebensmittelladen.
Nachdem das Auto leer war sind wir noch mal eben fix rüber zu Nino, noch etwas Wurst für das Wochenende kaufen.
 
*hüstel*

Der Einkauf ist dann wohl etwas eskaliert...
Man soll nicht hungrig kurz vor Mittag in so einen leckeren Laden gehen...

Unter anderem sind mir zwei unbekannte italienische Gemüse in den Korb gehüpft.

Einmal Cima die Rapa. Auf Deutsch: Stängelkohl.

Und dann lag da an der Kasse noch so was Schnittlauchiges.
Agretti aka Mönchsbart (ein Salzkraut).

Kenne ich beides nicht, also eingepackt.

Cima di Rapa ist eine dem Rübstiel ähnliche Variante des Rübsens, sagt Tante Wiki.
Er ähnelt dem Broccoli, bildet aber nicht einen großen Kopf, sondern in den Blattachseln mehrere kleine aus. Stängelkohl stammt wie die Speiserübe vom Wild-Rübsen ab. Beides wurde in der Gegend von Apulien und Kampanien viel angebaut und haben sich von dort aus verbreitet.

Stengelkohl ist in Italien (sowie Portugal und Galicien) ein typisches Wintergemüse. Essbar sind vor allem die Blütenknospen, aber auch Blätter und Stiele. Ich habe beides verwendet.
In Apulien wird er in Stückchen geschnitten und mit Orecchiette zubereitet (mit Sardellenfilets, Knoblauch, Salz und Olivenöl). In Norditalien dagegen blanchiert man ihn laut Wikipedia, mischt ihn mit Essig und Öl und gibt ihn als Beilage zu „Bollito misto“ (das ist ein geschmorter, gemischter Fleischtopf). Man kann ihn auch blanchiert mit Sahne verfeinern, mit geriebenem Käse und Semmelbröseln mischen und dann als Gratin überbacken.

Das Gemüse riecht nach Kohl, schmeckt aber intensiver als z.B. normaler Broccoli. Er ist leicht bitter und sobald die Blütenknospen aufgegangen sind, soll der Kohl-Geschmack noch intensiver werden.


Ich habe mich an der Empfehlung von Nino und an diesem Rezept orientiert.

Allerdings habe ich das Grünzeug nicht erst noch blanchiert.
 

Ich habe je eine gehackte Zwiebel und Knoblauch in Olivenöl angedünstet und dann den klein geschnittenen Stängelkohl zusammen mit etwas gewürfeltem Speck einfach dazu gegeben.
Das Ganze habe ich dünsten lassen, bis die Orecchiette gar waren. Ich hatte frische, so dass dies nur 4 Minuten gedauert hat.

Die Orecchiette dann nur noch mit dem Schaumlöffel zum Kohl in die Pfanne heben und mit Salz + Pfeffer + Chiliflocken kräftig abgeschmeckt. Noch zwei drei Löffel Nudelwasser, ein paar Datteltomätchen und noch einen Schwups vom guten Olivenöl dazu und schon war das Festessen fertig.
Obendrauf frisch geriebenen Parmigiano... hmmmmmm... saulecker!

Was ich mit dem komischen Mönchsbart gemacht habe, zeige ich Euch die Tage.
Ich mache mir jetzt den Rest der Orecchiette warm.

das Ibu

Kommentare

  1. Ah - daher kommt die (schweizerische) Rezeptidee "Federkohl (aka Grünkohl) mit Oricchiette/Pasta". Federkohl mit Speck andünsten, Nüsse (wahlweise Haselnüsse oder Walnüsse) dazu, und unter die Nudeln mischen. Fertig. Wer magt, mischt noch Karottenstreifen unter den Federkohl.

    Wieder was gelernt.

    Bin ja mal gespannt, was aus dem Mönchsbart wird.

    LG
    Connie

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    1. Na was wohl. Pasta :-D

      Federkohl und Pasta erinnert auch wieder sehr an das typische Gericht aus dem Veltlin. Pizzoccheri mit Wirsing und Knoblauch und Käse und Kartoffeln. Das mag ich auch super gerne. Hmmmmm. (Gut, dass ich jetzt schon satt bin....)

      lg! Ina

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    2. Das Veltlin ist ja nicht soweit von der Schweiz weg ;-)

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